Weinfahrt mit Stadtbesichtigung bei bestem Herbstwetter

Weinfahrt in den südlichen Steigerwald

Die traditionelle Weinfahrt unserer Sektion führte in den südlichen Steigerwald. Mit dem Bus ging es zuerst nach Prichsenstadt, eine der kleinsten Städte Bayerns mit ca. 3.100 Einwohnern. Der Weinort erinnert an die große Zeit der Städtegründungen des Mittelalters und zeigt typische Züge altfränkischer Kultur und Lebensart. Die mittelalterlichen, verwinkelten Gassen, die Fachwerkhäuser, die Stadtmauer mit Wehrtürmen üben eine Faszination aus, die den Besucher zum Verweilen einlädt.

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Als Ensemble ist die Altstadt von Prichsenstadt unter besonderen Schutz gestellt. Bei einem ausführlichen Spaziergang wurde die nahezu vollständig erhaltene Altstadt besichtigt, bevor es ins Cafe Römer ging, wo bereits Kaffee, Kuchen und natürlich Federweißer auf uns warteten. Anschließend brachte uns Busfahrer Rudi nach Castell, welches über 600 Jahre lang Haupt- und Residenzort der bis 1806 reichsständischen Grafschaft Castell. Bis heute haben die Fürsten zu Castell-Castell hier ihren Stammsitz. Der reizvolle Garten der frühbarocken Schlossanlage ist für Veranstaltungen sehr beliebt und steht Besuchern täglich offen. Weinbau hat hier eine lange Geschichte und tiefverwurzelte Tradition. 1659 wurde Castell zur Heimat des Silvaners dem Aushängeschild der fränkischen Winzer.

Oben auf dem Schlossberg teilte sich die Gruppe in die Weitwanderer und gemütlichen Geher. Dieter Begert führte die Gruppe vom Schlossberg mit seiner Gerichtslinde und den Überresten der Burganlage, dem Schlossbergturm, zum schönsten Weinblick Frankens. Von der natürlichen Terrasse unterhalb des Turms bietet sich ein herrlicher Blick in das weite Steigerwald-Vorland. An schönen Tagen kann man den Blick bis in die Rhön schweifen lassen. Vorbei am Casteller Kirchberg führte die Wanderung zum Aussichtspunkt der Weinlage Kugelspiel über den Geißberg nach Wiesenbronn, wo zum Schluss der Wein-Kunst-Weg bewundert werden konnte.

Die gemütlichen Wanderer ließen sich mit Elisabeth viel Zeit, um durch die Weinberge nach Castell zu wandern. Kurz vor dem Ort überraschte der Casteller Weingarten mit einer Sonnenterrasse und herrlicher Aussicht. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, hier kurz einzukehren und mit einem Viertel Rotling oder Silvaner den Durst zu löschen. Der Ort selbst hat viele interessante historische Gebäude, wie das Schloß und das Schlösschen, das Rathaus und die alten Bitterwasserbrunnen. Aufgrund der Wasserknappheit wurde damals zwischen Bitterwasser (Grundwasser) und Kochwasser (Leitungswasser) unterschieden. Das Bitterwasser war schlecht für die Gesundheit und auch zum Kochen nicht geeignet. 1690 verlegten die Gemeinde und gräflichen Herrschaften Wasserleitungen anfangs mit Holzröhren, dann Ton- und Eisenleitungen zu den Kochbrunnen und erst 1954 durch Anschluss an die Fernwasserleitung waren die Wasserprobleme in Castell bereinigt.

Busfahrer Rudi erwartete uns bereits und fuhr uns weiter nach Wiesenbronn. Dort traf sich die ganze Gesellschaft wieder in der Scheune der Häckerstube Steinberger um bei gutem, reichhaltigen Essen und natürlich hauseigenen Weinen den Abend ausklingen zu lassen. Es war ein rundum gelungener Ausflug bei bestem Wanderwetter.

Text und Fotos: Elisabeth Begert