25.-27.03.11

Jörg Häusler war von der Idee, mit Kindern eine Skitour zu gehen richtig begeistert. Und diese Begeisterung sollte nicht enttäuscht werden. Freitag nachmittag fuhren wir mit dem Bus in die Jugendbildungsstätte des DAV nach Hindelang. Wir, das waren neben Jörg, Tabea, Franziska, Bene, zweimal Moritz, Max, Jonas und Heiner.

Wir wollten pünktlich sein, denn um 19 Uhr war für uns vom jdav ein „Vortrag“ speziell für Kinder und Jugendliche zum Thema „Risiken abseits der Piste“ vorgesehen. Anna, vom jdav zum „Check your Risk“ Trainer ausgebildet, stimmte uns mit locker aufbereiten Informationen rund um das Thema Lawinenrisiko auf den nächsten Tag ein.

Mit diesen ersten Informationen gerüstet war klar, wie der Samstag beginnen wird. Schon zum Frühstück lagen vier Kopien des Lawinenlageberichts auf dem Tisch. Danach ging es zur Materialausgabe. Wir brauchten die Bindungseinsätze für die Kinderski und genügend Felle.

Alles wurde noch vor der Abfahrt eingestellt und dann ging´s los nach Unterjoch. Am Parkplatz der Spieserlifte wurden die Rucksäcke geschultert. Natürlich hatten wir etwas vergessen – ich kehrte um und holte die fehlenden Piepser aus dem Zimmer.

Dank der kostenlosen Liftkarten ging es mit Aufstiegshilfe die ersten Höhenmeter schnell hinauf. Dann wurden die Felle befestigt. Hierzu benutzten wir eine Rolle Panzertape, das ging prima. Nach dem Piepsercheck folgten dann die ersten Schritte mit Tourenskiern. Das war ganz schön ungewohnt, aber die Kinder machten sich echt gut und schnell kamen sie in einen ruhigen Rhythmus. Auf den nordseitigen Hängen lag noch genug Schnee. So konnten wir bis fast auf den Gipfel des Hirschbergs mit Skiern gehen. Nur das letzte Stück mussten wir zu Fuß zurücklegen.

Auf die Abfahrt war ich dann echt gespannt, der tiefe nasse Schnee war sicherlich nicht das, was man sich von einer Genusstour verspricht. Aber auch hier waren die Kinder klasse. Ohne große Probleme ging es hinab nach Unterjoch. Und obwohl auf den letzten Metern zum Gipfel und erst recht nach der Abfahrt durch den schweren Schnee die Beine schmerzten, vernahm ich hie und da den Entschluss, so etwas wieder zu machen. Jörg und ich hatten unser Ziel erreicht.

Die Kinder erholten sich schnell von der Anstrengung und waren nach dem Essen den ganzen Abend in der Boulderhalle. Bei lauter Musik aus dem i-Pod wurde geklettert bis die Hände wund waren – halt nein, die waren schon vorher wund – es wurde geklettert bis wir die Kinder ins Bett schickten. Jetzt hieß es Wecker stellen wegen der Zeitverschiebung.

Am nächsten Morgen klopfen die Putzfrauen und fragten ob sie die frische Bettwäsche ablegen könnten? „Na klar kein Problem“, sagten wir. Erst als der Hausmeister kam, schnallten wir tolle Betreuer, dass bei uns wohl keiner den Wecker gestellt hatte. Ach was, wir hatten gut geschlafen, das war das Wichtigste.

Jetzt ging es dafür umso schneller. Eineinhalb Stunden später saßen wir im gepackten Auto auf dem Weg zur Wannenjochbahn. Wir gönnten uns wieder die Liftunterstützung, um zum Schnee zu kommen und starteten unsere Schneeschuhtour auf den Kühgrund. Nach einer kurzen Mittagspause wurde der Abstieg noch zu einem Höhepunkt des Ausflugs. Wer bis dahin noch trockene Hosen oder ähnliches hatte, war in kürzester Zeit nass und müde. An der Bergstation angekommen gab es noch eine zünftige Schneeballschlacht.

Die Heimfahrt war dann erstmal schön ruhig, einige waren jetzt doch müde, was nicht verwunderlich war. Glücklich und zufrieden kamen wir am Sonntag abend in Hersbruck an. Neben den schönen Erlebnissen abseits der Piste haben wir auch die Gefahren beim Skibergsteigen vermitteln können. Allein dafür hat sich das Wochenende schon gelohnt. Der Muskelkater stellte sich dann ab Montag ein.

Heiner Stocker